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Der Fall Boetticher: Politik und Moral - ein Spagat
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Themen: 40 |
Der Fall Boetticher: Politik und Moral – ein Spagat Die Affäre um Christian von Boetticher (CDU) unterstreicht, wie die Politik bei privaten Verfehlungen mit zweierlei Maß misst. Natürlich verbietet sich der Vergleich zwischen der Washingtoner Lewinsky-Affäre der 90er Jahre und dem, was zurzeit im nördlichsten Bundesland Deutschlands die Schlagzeilen beherrscht. Es gibt kaum Parallelen. Wenn überhaupt, dann diese: Beide Fälle zeigen, welche Schwierigkeiten die Politik mit Begriffen wie Moral und gesellschaftlicher Akzeptanz haben kann. Wir messen mit zweierlei Maß, und bei denen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, liegt die Hürde ohnehin höher. Vieles, was andernorts erlaubt oder wenigstens geduldet ist, wird hier nicht verziehen. Oder wenn, dann erst nach langer Schamfrist. Wie beschädigt ein Mann wie der Christdemokrat Christian von Boetticher wirklich ist, werden erst die kommenden Monate zeigen. Juristisch ist dem 40-Jährigen nichts vorzuwerfen, die Liebesbeziehung zu einer damals 16-Jährigen war nach dem Gesetz nicht verboten. Über alles andere wird nach Maßstäben geurteilt, die sich zuverlässigen Prognosen entziehen. Skandale und Skandälchen kennen kein Verfallsdatum, Politik und Wähler sind unberechenbare Kombattanten. Ein Mann wie der damalige Landwirtschaftsminister Horst Seehofer etwa schien politisch erledigt, nachdem Anfang 2007 bekannt wurde, dass er eine außereheliche Affäre hatte, die zudem nicht ohne Folgen geblieben war. Seehofer, dieses Aushängeschild der stramm katholisch-konservativen CSU, der sich in der Öffentlichkeit gern als treusorgender Familienmensch präsentierte, war plötzlich des Ehebruchs überführt – eine unrettbare Konstellation. Doch Seehofer kehrte zurück, Partei und Wahlvolk riefen nach einem starken Mann, und das kollektive Vergessen nahm seinen Lauf. Wenn andere Qualitäten gefragt sind, geht es halt auch mit mit einer Delle im Heiligenschein. Doch das ist nicht immer so, es gibt keine Gesetzmäßigkeit, wenn es um die Gunst der Massen und der Parteigenossen geht. Niemand weiß das besser als Rudolf Scharping, dessen Schmuse-Fotos mit Gespielin im mallorquinischen Hotelpool der Anfang vom politischen Ende waren. Die eher harmlosen Bildchen brachten den Verteidigungsminister in solche Erklärungsnöte, dass er nie wieder Fuß fassen konnteauf der politischen Bühne. Seehofer ist heute auf der Höhe seiner Macht – Scharping dilettiert als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, einer Sportart, die auch eher unter ramponiertem Ruf zu leiden hat. Spötter meinen, ein Zufall sei dies nicht. Seehofer, Scharping, von Boetticher – die Liste ließe sich beliebig verlängern. Die Trennung von Privatleben und Politik gelang stets nur dort, wo sich das Private auch politisch herzeigen ließ. Andernfalls diente jeder Fehltritt als Material zur Demontage. Auch ein Freiherr zu Guttenberg, der sich solange gegen einen Rücktritt wehrte, bis ihm die Plagiatsaffäre das Heft des Handelns aus der Hand nahmen,musste dies erkennen. Seine Doktorarbeit war für die politische Arbeit völlig belanglos – doch die selbst gesetzten Maßstäbe waren andere. Guttenberg war buchstäblich zu weit gegangen, er hatte seinen Fuß auf verbotenes Terrain gesetzt. Mag sein, dass er die Grenze nicht gesehen hatte – aber wie viele andere hatte er sie überschritten und damit ungeschriebene Gesetze gebrochen. Ebenso wie es von Boetticher jetzt getan hat und vor ihm all die Seehofers und Scharpings dieser Welt. Müßig zu erwähnen, dass auch Guttenberg eine Rückkehr ins politische Geschäft zugetraut wird, die Zeit ist da ein mächtiger Verbündeter. Das ist auch eine Frage von Seilschaften, die für eine gewisse Spanne das Mäntelchen des Schweigens über ihn halten und ihm dann zaghaft die eine oder andere Tür öffnen. So etwas hat immer funktioniert, und nur weil ein Rudolf Scharping solche Seilschaften nicht nutzen konnte, heißt das nicht, dass es keine gab. Man wird sehen, ob sich die Nord-CDU mit ihrem Jungstar von Boetticher schwer tut oder ob sie ihn in absehbarer Zeit wieder in die vorderen Linien schiebt. Einerseits hat der Mann Scherben hinterlassen; andernfalls könnte es sein, dass man einen wie ihn irgendwann wieder braucht. Bill Clinton hat seinerzeit Schläge eingesteckt, abgestürzt ist er nicht. Der Mann hatte eine Affäre und er war ungeschickt genug, die Öffentlichkeit zu belügen. Trotzdem blieb er bis zum Schluss im Amt, heute spielt er wieder auf der Weltbühne mit, wenn auch nicht mehr in einer Hauptrolle. „They never come back“, sagte man früher, wenn ein Box-Champion seinen Titel verloren hatte. Sie kommen niemals zurück? Welch ein Irrtum. Von Uwe Nesemann
Es gibt Menschen.....die geizen mit ihrem Verstand, wie andere mit |
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Themen: 40 |
Als Mutter bleibt für mich ein etwas pädophiler Nach/Beigeschmack im Mund zurück. Als Wählerin / Bürgerin denke ich, alter Schwede,was sich da so alles hinter unseren Politikern verbirgt. Rechtlich in Ordnung. Nur wie soll ich unsere Politiker ernst nehmen, mit solchen Details aus dem Privatleben? Muss ich als Wählerin solch pikante Einzelheiten erfahren? Wem nützt es? -------------------- Nachträglich editiert von dieAndere910 am 17.08.2011 10:41
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Themen: 244 |
Ich finde es sehr richtig, das er zurück getreten ist!
Ich bin nicht Zickig ! Ich bin emotional flexibel !! |
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misogyn Direkt-Link |
*teilnahme der umfrage* Vote für NEIN |
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Themen: 75 |
Der Rückzug war eine korrekte Maßnahme. In jeglicher Hinsicht. Die Folgen für das Mädel, dass beim besten Willen nun auch kein Kind mehr ist, wären nicht Überschaubar gewesen, wenn der Skandal eskaliert wäre.
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Themen: 96 |
Das Problem ist weniger die Beziehung, die ich persönlich grenzwertig finde und meiner Tochter (wenn ich eine hätte) auch nicht wünschen würde, sondern für welche Werte dieser Mann eintritt bzw. seine Parteiangehörigkeit. Wer sich als konservativer Vertreter zur Wahl stellt, muss auch die konservativen Ansichten seiner Wähler vertreten können. Das mag Leute außerhalb der CDU nicht interessieren, diese müssen aber auch die CDU nicht wählen. Wenn eine NPD-Spitzenkandidat mit einer Türkin verheiratet wäre, wäre das für die meisten nicht schlimm oder sogar begrüßenswert, aber er spricht nunmal seine NPD-Wähler nicht mehr an und wird dadurch für die NPD untragbar. Zum anderen kann die Liebe ja nicht soooo groß gewesen sein, wenn er zugunsten seiner Karriere da gleich nen Schnitt macht. Wie man mitbekommen hat, hat er sich dann auch sehr schnell mit seiner jetztigen Lebensgefährtin getröstet. Das ganze Krisenmanagement, die Hintergründe und der anscheinend fehlende Rückhalt in der Partei (es hat ja jemand geplaudert) zeigen dann doch wohl, dass der Herr nicht der richtige Kandidat war. Aber für die meisten war er bestimmt vor dem Skandal total unbekannt und von daher Dummköpfe sind Denkerköpfen weit überlegen. Zahlenmäßig. |
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Themen: 40 |
Zitat (Epitaph):
Der Rückzug war eine korrekte Maßnahme. In jeglicher Hinsicht. Die Folgen für das Mädel, dass beim besten Willen nun auch kein Kind mehr ist, wären nicht Überschaubar gewesen, wenn der Skandal eskaliert wäre. Wäre es anders bewertet worden, bei den Grünen, den Linken,der FDP, oder der SPD?
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Themen: 75 |
Zitat (dieAndere910):
Wäre es anders bewertet worden, bei den Grünen, den Linken,der FDP, oder der SPD?
Schätze schon. Man hätte zwar gemeckert, aber er hätte vielleicht nicht um seine Karriere fürchten müssen. Und ehrlich: Pädophilie, ist was anderes.
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Themen: 40 |
Zitat (Epitaph):
Schätze schon. Man hätte zwar gemeckert, aber er hätte vielleicht nicht um seine Karriere fürchten müssen. Und ehrlich: Pädophilie, ist was anderes.
Ich weiss nicht, ob die anderen Parteien, es so durchgehen liessen, das ein "Zukünpftiger Landesvater, seine "kurzfristigen" Lieben, über eine Plattform wie FB sucht, dann auch noch im U18 Bereich.....
Ps. Ich hoffe der "Türke" stößt nicht sauer auf u. wird in diesem Zusammenhang, ganz allgemein "richtig" verstanden.
-------------------- Nachträglich editiert von dieAndere910 am 17.08.2011 11:40
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Themen: 0 |
Aber anscheinend war/ist die CDU derartig überfordert, dass sie ihn Stückchenweise vorführen mussten/müssen.
Jeder ist sich SELBST am nächsten!! |
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Themen: 0 |
Zitat (misogyn):
*teilnahme der umfrage* Vote für NEIN da es "Volksvertreter" sind, sollten sie eine Vorbildfunktion haben. Wenn ein Bauarbeiter sowas macht ist es eins, wer in der Öffentlichkeit steht sollte sich genauer überlegen was von den Medien rausgekramt werden könnte. Die Wahrheit ist unteilbar. Nur die Köpfe, in die sie nicht hineingeht, können gespalten werden. |
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Themen: 75 |
Zitat (dieAndere910):
Ich weiss nicht, ob die anderen Parteien, es so durchgehen liessen, das ein "Zukünpftiger Landesvater, seine "kurzfristigen" Lieben, über eine Plattform wie FB sucht, dann auch noch im U18 Bereich.....
Ps. Ich hoffe der "Türke" stößt nicht sauer auf u. wird in diesem Zusammenhang, ganz allgemein "richtig" verstanden.
Es würde wohl sicher zu einem Stolperstein werden, aber vermutlich weniger parteiintern, als höchstens auf Druck von außen. Je nachdem wie dann die eigene Position gesichert ist, wäre das kein Karrieresturz. In diesem Fall war es ein Genickbruch durch die eigene Partei.
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Vote for "Mir egal", weil es SEINE Entscheidung ist. Ich persönlich, würde wegen so etwas ganz bestimmt nicht zurücktreten. Man sollte immernoch Privatleben und öffentliches Leben trennen.....
keinen Meter den Nazis |
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Themen: 40 |
Zitat (BlauerTom):
Vote for "Mir egal", weil es SEINE Entscheidung ist. Ich persönlich, würde wegen so etwas ganz bestimmt nicht zurücktreten. Man sollte immernoch Privatleben und öffentliches Leben trennen.....
Was ja auch immer, bis kurz vor irgendwelchen Wahlen, praktiziert wird. -------------------- Nachträglich editiert von dieAndere910 am 18.08.2011 09:56
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Zitat (CrazyFairy):
da es "Volksvertreter" sind, sollten sie eine Vorbildfunktion haben. Wenn ein Bauarbeiter sowas macht ist es eins, wer in der Öffentlichkeit steht sollte sich genauer überlegen was von den Medien rausgekramt werden könnte.
Das mit der Vorbildfunktion sehe ich ähnlich. Fragwürdig ist für mich auch, daß die Hinweise aus der eigenen Reihe kamen. Da die Affäre rechtlich in Ordnung ist, wäre da kein Zugwang gewesen.
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moon (45): nacht


